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Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

wenn Sie bei sich eines der folgenden Symptome bemerkt haben:

dann melden Sie sich bitte möglichst umgehend bei uns.

Ausserhalb unserer Sprechzeiten oder wenn Sie uns nicht direkt erreichen können, wenden Sie sich bitte an den Augenärztlichen Notdienst.

Augenarzt Muri AG

056 511 06 60

Augenärztlicher Notdienst

08 00 401 501
Bei Fragen rund um administrative und medizinische Anliegen ist das Angebot kostenlos. Wird die Beratung durch einen Arzt / eine Ärztin benötigt, wird der Anrufende entsprechend geleitet und für die ärztliche Leistung eine Rechnung ausgelöst.

Die Netzhaut ist mit der Augenwand nicht fest verwachsen, sondern schwimmt auf einem dünnen Flüssigkeitsfilm durch Kapillarkräfte gehalten, etwa so wie eine nasse Plastikfolie an der Fensterscheibe. Durch Risse oder Löcher in der Netzhaut können flüssige Bestandteile des Glaskörpers in den Spalt eindringen und diesen soweit vergrößern, dass die Kapillarkräfte zusammenbrechen und die Netzhaut sich ablöst. Ebenso können Narbenzüge, z. B. bei einer durch Diabetes ausgelösten Netzhauterkrankung, eine Ablösung bewirken. Häufig sind „Blitze“, „Rußregen“ oder Gesichtsfeldeinschränkungen (Schatten) erste Hinweise auf eine beginnende oder bereits fortschreitende Netzhautablösung.

Überwiegend bei älteren Menschen, aber auch bei jüngeren, kann ein Flüssigkeitsmangel zu einer Verklumpung des Blutes führen. Dabei können kleinste Blutgerinnsel in den Äderchen der Augen stecken bleiben und diese verstopfen. Meist sind davon die abführenden Gefäße – Venen/Venolen – betroffen, seltener die zuführenden Gefäße – Arterien/Arteriolen. Bei einem venösen Verschluss kommt es zu einem Rückstau des Blutes. In der Folge wird die Netzhaut überschwemmt, es kommt zu einer Schwellung der Netzhaut und zu typischen streifigen Blutungen.

Die Zuckerkrankheit ist in den westlichen Ländern eine der häufigsten Erblindungsursachen. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Blutgefäße und führt mittelfristig zu Durchblutungsstörungen. Die feinsten Blutgefäße, wie sie z. B. im Auge zu finden sind, werden dabei zuerst geschädigt. Es kommt dann zu Gefäßaussackungen (Mikro-Aneurysmen) und zu Austritten von zunächst flüssigen und später auch festen Blutbestandteilen (Exsudationen). Im weiteren Verlauf kann es dann auch zu Blutungen in die Netzhaut und den Glaskörper und Gefäßneubildungen in der Netzhauthaut kommen. Weitere Folgen können auch ein Sekundärglaukom und eine Netzhautablösung sein.

Makuladegeneration bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, die das Zentrum der Netzhaut betreffen. Die wohl bekannteste ist die altersabhängige Makuladegeneration. Sie betrifft überwiegend ältere Menschen, meist jenseits des 60. Lebensjahres. Es gibt aber auch Formen, die in jüngeren Jahren auftreten können.

Der Beginn ist meist schleichend. Häufig treten zunächst eine leichte Verringerung der Sehschärfe und leichte Verzerrungen auf. Im weiteren Verlauf werden diese stärker und im Zentrum entsteht ein grauer Fleck, der, im Laufe der Zeit, größer und dunkler wird (zentraler Gesichtsfeldausfall). Betroffene haben zunehmend Mühe beim Lesen. Häufig kommt es außerdem zu vermehrter Blendung sowie verminderter Kontrast- und Farbwahrnehmung.

Zu unterscheiden ist die trockene Form der Makuladegeneration von der feuchten.

Die trockene Makuladegeneration führt zu einem langsamen, schleichenden, irreversiblen Verfall der Sinneszellen im Netzhautzentrum. Eine Therapie dafür befindet sich noch in der Erforschung, ist derzeit aber noch nicht verfügbar. Demgegenüber steht die feuchte Makuladegeneration mit einem raschen Verlauf. Hier hat sich die Einspritzung von Medikamenten in den Augapfel als sehr hilfreich erwiesen.

Für Diagnose, Differenzierung und Verlaufsbeobachtung der Makuladegeneration hat sich das OCT inzwischen als Standarduntersuchung etabliert.

Wie in der Beschreibung der Fehlsichtigkeiten bereits erwähnt, ist das menschliche Auge im Aufbau und Funktion mit einem Fotoapparat zu vergleichen. Dabei entspricht die Netzhaut (Retina) dem Film oder Chip, der das Bild aufnehmen soll.

Anders als beim Fotoapparat ist dabei aber die Netzhaut nicht in ihrer gesamten Fläche gleich empfindlich und auch das Auflösungsvermögen, also die Anzahl der Bildpunkte pro Flächeneinheit, ist vom Zentrum der Netzhaut, der Makula, nach außen stark abnehmend. Dadurch sinkt die Sehschärfe bereits in kurzer Distanz zur Makula auf weniger als 10 % ab.

Im Zentrum der Netzhaut sind hauptsächlich Rezeptoren (Zapfen) für die Grundfarben (Rot, Grün und Blau) dicht gedrängt und einzeln geschaltet, während in den weiter außen gelegenen Netzhautbereichen fast ausschließlich Rezeptoren für Licht – „Schwarz/Weiß“ – (Stäbchen) zu finden sind. Diese sind im Gegensatz zu den Zapfen in Gruppen verschaltet. Mit zunehmender Entfernung vom Zentrum werden die Gruppen immer größer. Dadurch steigen die Lichtempfindlichkeit und Bewegungswahrnehmung stark an, während die Sehschärfe, ebenso wie die Farbwahrnehmung, umgekehrt dazu stark abnimmt. In der Makula stehen die Zapfen so eng beieinander, daß bereits das feinste Blutgefäß, das darüber verläuft, die Sehschärfe mindestens halbieren würde. Darum finden sich in der Makula keine Blutgefäße.

Weil die Zapfen (Farbe) deutlich mehr Licht zum Funktionieren benötigen als die Stäbchen (Helligkeit), erleben wir bei Dunkelheit regelmäßig einen Ausfall der Farbwahrnehmung. Unterschreitet die Helligkeit den Mindestwert für das Arbeiten der Zapfen, fällt einerseits die Farbwahrnehmung aus (daher sind nachts alle Katzen grau), anderseits sinkt auch die Sehschärfe auf etwa 10 % ab.

Der Begriff Glaukom bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen des Sehnerven, die zu einem schleichenden, irreversiblen Verlust von Nervenfasern führen.

Meist geht der grüne Star mit erhöhtem Augendruck einher, es gibt aber auch Glaukomformen mit normalem Augendruck und nicht jeder erhöhte Augendruck ist auch gleichzusetzen mit einem Glaukom. Ein normaler Augendruck ist keine Gewähr für einen gesunden Sehnerv!

Weltweit wird die Zahl der Glaukomkranken auf etwa 70 Millionen geschätzt. In der Schweiz sind rund 2,5 % der Bevölkerung betroffen. In den Industrieländern wird der Anteil von Glaukomkranken, die es nicht wissen oder nie davon gehört haben oder die Bedeutung nicht verstanden haben, auf ca. 50 % geschätzt – in den Entwicklungsländern ca. 90 %

Das Auge ist letztlich ein Ballon und benötigt wie jeder Ballon einen inneren Druck, um Form und Grösse zu erhalten. Dieser Druck darf weder zu niedrig, noch zu hoch sein. Zur Ernährung von Hornhaut und Linse produziert das Auge eine klare Flüssigkeit (Kammerwasser). Verbrauchtes Kammerwasser muss aus dem Auge wieder abfliessen. Ist der Abfluss gestört, erhöht sich der Druck im Auge. Durch den erhöhten Druck im Auge kann der Sehnerv – die Verbindung vom Auge zum Gehirn – geschädigt werden.

Beginn und Verlauf

Grundsätzlich kann die Erkrankung in jedem Alter, also auch schon bei Kindern, auftreten. Ist sie in den jüngeren Jahren noch relativ selten, steigt die Häufigkeit ab dem 40. Lebensjahr aber deutlich an.

Der Verlauf ist in den meisten Fällen schmerzfrei und schleichend, so dass die Erkrankung vom Betroffenen erst sehr spät bemerkt wird. Dann sind aber bereits irreparable Schäden eingetreten.

Die Schäden am Sehnerven wirken sich dabei zunächst vor allem auf das Gesichtsfeld aus. Unerkannt und unbehandelt werden die Ausfälle im weiteren Verlauf immer grösser, bis schliesslich auch das zentrale Sehen beeinträchtigt wird und die Sehschärfe abnimmt, kurz bevor die Erblindung des Auges eintritt.

Beim deutlich selteneren Glaukomanfall kann der Augendruck aber auch sprunghaft stark ansteigen. Dann kommt es zu starken Kopfschmerzen mit Übelkeit (auch Erbrechen) sowie Verschwommensehen mit farbigen Ringen um Lichtquellen. In so einem Fall ist Eile geboten, da durch einen sehr hohen Druck der Sehnerv innerhalb kurzer Zeit irreparabel schwer geschädigt wird!

Risikofaktoren und Ursachen

Untersuchungen
Augendruckmessung (Tonometrie)

Die am meisten verwendete Methode ist die Goldmann Applanations Tonometrie. Hier wird, nach einer leichten Betäubung der Hornhautoberfläche, der Augendruck mit einem Messkölbchen auf der Hornhaut gemessen.

Sehnervenkopfbeurteilung (Ophthalmoskopie)

Mittels Spaltlampenmikroskop und Lupe (Bild links) wird der Sehnervenkopf (Papille) beurteilt. Das Bild in der Mitte zeigt einen gesunden Sehnervenkopf. Im rechten Bild ist ein glaukomgeschädigter Sehnervenkopf mit Randblutung zu sehen

#bild

Gesichtsfeldmessung (Perimetrie)

Das Gesichtsfeld umfasst alles, was man sieht, wenn man auf einen Punkt oder ein Objekt schaut. Das Bild links zeigt ein typisches Gerät zur Gesichtsfeldmessung. Das rechte Bild zeigt das Ergebnis bei einem bereits durch die Glaukomerkrankung geschädigten Sehnerven.

#bild

Kammerwinkelbeurteilung (Gonioskopie)

Die Beurteilung des Kammerwinkels – das ist der Winkel zwischen Hornhautrückfläche und Vorderseite der Regenbogenhaut – erfolgt meistens mit einem Spiegelkontaktglas, das auf die Hornhaut aufgesetzt wird und so einen Blick in den Kammerwinkel ermöglicht oder mit der Optischen Cohärenz Tomographie (OCT) oder mittels Ultraschall-Biomikroskopie

Hornhautdickenmessung (Pachymetrie)

Die mittlere Hornhautdicke beträgt etwa 550µ. Wir messen die Hornhautdicke berührungs- und schmerzfrei mittels Optischer Cohärenz Tomographie (OCT)

Sehnervenkopfvermessung

mit dem Heidelberger Retina Tomograph (HRT)

Das Bild zeigt einen typischen Befund bei fortgeschrittenem Glaukomschaden.

Netzhautvermessung

mittels SLO (Scanning Laser Ophthalmoskop)

Im Bild sieht man die Darstellung der Nervenfaserschicht in der Netzhaut. Links bei fortgeschrittenem Glaukom, rechts gesunde Nervenfaserschicht.

Behandlung

Die primäre Behandlung des Glaukoms besteht in einer Drucksenkung – zunächst mit Augentropfen, die ein oder mehrmals täglich getropft werden müssen.

Laser

Ist die Drucksenkung mit Augentropfen nicht durchführbar, unverträglich oder nicht ausreichend kann eine Drucksenkung auch mittels Laserung im Kammerwinkel erreicht werden.

Operationen

Sind alle anderen Möglichkeiten, den Augendruck zu senken, ausgeschöpft und nicht hinreichend erfolgreich, kann der Augendruck auch mit chirurgischen Verfahren gesenkt werden. Dabei wird meist für das Kammerwasser ein zusätzlicher künstlicher Abflussweg geschaffen.

Die Operation des Glaukoms führt ausschliesslich zur Senkung des Augendruckes. Verlorene Nervenfasern werden dadurch aber nicht wiederhergestellt.

Als grauen Star oder Cataract bezeichnen wir eine Trübung der Augenlinse. Diese entsteht in erster Linie durch das Alter (meist 60+) kann aber auch durch Verletzungen, Stoffwechselerkrankungen, Medikamente verursacht werden oder auch schon bei der Geburt bestehen. Eine altersbedingte Linsentrübung läuft in aller Regel recht langsam ab, bei Erkrankungen oder Verletzungen kann sie aber durchaus auch rasch voranschreiten.

Die Auswirkung der Eintrübung lässt sich durchaus mit einer ungeputzten Fensterscheibe vergleichen. Mit der Zeit wird es immer schwieriger durch die Scheibe zu sehen. Eine Brille kann bei einer Linsentrübung nicht helfen.

Trübungsformen

Da die Linse im Auge nicht homogen ist können auch unterschiedliche Formen der Trübung auftreten. So kann z.B. überwiegend die Linsenrinde, der Kern oder die Linsenkapsel betroffen sein, oder auch alle Anteile.

Kerntrübung mit leichter Rindentrübung

Hinterer Polstar (angeboren, Überbleibsel aus der Linsenentwicklung)

Kernverdichtung, (hier noch ohne wesentliche Trübung). Dies führt häufig zunächst zu einer z. T. deutlichen Verstärkung der Brechkraft. Dadurch benötigen Weitsichtige weniger Korrektur, also eine schwächere Brille, Kurzsichtige dagegen eher mehr, also eine stärkere Brille.

Grauer Star Symptome

Zu Beginn der Krankheit vergleichen viele Betroffene die Wahrnehmung mit dem Blick durch eine zu schwache Brille. Im fortgeschrittenen Stadium beschreiben Betroffene Ihre Symptome so, als würden sie durch einen grauen Schleier oder Nebel sehen.

Grauer Star Ursachen

Der graue Star kann verschiedene Ursachen haben:

Behandlung

Die Behandlung besteht zunächst in der Entfernung der trüben Linse. Diese Art der Behandlung gibt es schon seit dem Altertum (Starstechen). Dabei wurde einfach mit einer dicken Nadel seitlich in den Augapfel eingestochen und dann die trübe Linse in den Augapfel nach hinten gedrückt. Allerdings wartete man damit bis der Star „reif“, also die Linse vollständig durchgetrübt und damit undurchsichtig geworden war und die Betroffenen somit erblindet waren. Im Ergebnis konnten die Betroffenen danach wieder grobe Umrisse erkennen, sich orientieren und einfache Arbeiten ausführen.

Heute sind die Eingriffe weit weniger grob und durch den Einsatz von künstlichen Linsen im Ergebnis mit damals nicht zu vergleichen. Die Operation dient heute der frühzeitigen vollständigen visuellen Rehabilitation, d.h. es kann ein Linsenaustausch bereits vorgenommen werden, wenn durch die Linsentrübung z. B. die berufliche Tätigkeit oder die Fahrtauglichkeit eingeschränkt wird oder auch z. B. zur Korrektur von (grösseren) Fehlsichtigkeiten.

Linsenarten

Für den Ersatz der natürlichen Linse stehen heute unterschiedliche Linsentypen zur Verfügung. Die Linsen werden fest in das Auge eingesetzt und verbleiben permanent im Auge.
Zur Auswahl der für Sie optimalen Linse beraten wir Sie gerne.

Monofokal

Diese Linsen werden für genau eine Entfernung berechnet. Für alle anderen Entfernungen wird eine (Gleitsicht-)Brille benötigt.

  • sphärisch – Die „Standard“-Linse, eine einfache aber gute Linse.
  • asphärisch – Diese Linsen haben verbesserte Abbildungseigenschaften.
  • torisch – Speziallinsen zum Astigmatismusausgleich. Diese Sonderlinsen werden eingesetzt um starke Hornhautverkrümmungen auszugleichen.

Multifokal

Diese Sonderlinsen haben statt nur einem festen Abbildungsabstand einen Abbildungsbereich. Dadurch wird eine gute Sehschärfe von Fern bis zur Lesedistanz ermöglicht. Somit kann bei Einsatz dieser Linsen auf eine Brille verzichtet werden.

Verschiedene Ausprägungen von Fehlsichtigkeiten

Die Fehlsichtigkeiten beziehen sich auf das Sehen in der Weite, wobei Kurz- und Weitsichtigkeit jeweils auch mit einer Hornhautverkrümmung kombiniert und an jedem Auge unterschiedlich auftreten können. Eine Fehlsichtigkeit an sich ist keine Erkrankung. Auch bei rechtsichtigen oder normalsichtigen Augen tritt um das 40. bis 45. Lebensjahr durch einen natürlichen Vorgang eine allmähliche Einschränkung der Naheinstellfähigkeit ein. Das bedeutet, näher gelegene Gegenstände können immer weniger scharf gesehen werden, damit nimmt die Lesefähigkeit ab. Um dem entgegenzuwirken, benötigen wir dann eine Lesebrille.

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